Sozialkompetenztraining in Klasse 7
Was versteht man eigentlich unter Sozialkompetenz?
"Sozialkompetenz ist deine Fähigkeit mit deinen Mitmenschen umzugehen. Dazu gehört deine Teamfähigkeit z.B. sich in andere Einfühlen zu können, Lösen von Konflikten, Bereitschaft, Ehrlichkeit und das Auftreten gegenüber anderen. Wichtig ist der Umgang mit Gefühlen und Stimmungen. Man braucht sie in der Schule, zu Hause, oder in der Arbeitswelt. Schwerpunkte sind die Selbstwahrnehmung und -reflexion, die soziale Diagnosefähigkeit, Gesprächsführung, Steuern von Arbeitsprozessen, Organisationskompetenz oder Kompetenz in der Kommunikation mit Neuen Medien." (recherchiert von Michael B., Kl. 8)
Am 13.1. und 20.1.09 nahm die Klasse 7 an einem Sozialkompetenztraining teil. Dieses Training wurde in Zusammenarbeit mit dem Projekt BEO veranstaltet und von der Sozialkompetenztrainerin, Frau Egeling, durchgeführt. Ziel der beiden Trainingstage war es, durch Gruppenspiele die Teamfähigkeit zu verbessern. Jeder sollte am Ende in der Lage sein, für sich selbst etwas mitzunehmen, das er in der nächsten Gruppenarbeit umsetzen möchte.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde begann der erste Trainingstag um 8.30Uhr mit einem Werfe- und Fangspiel. Wir mussten uns in einem Kreis aufstellen und nach einer vorgegebenen Reihenfolge uns einen Ball zuwerfen. Dies klappte ganz gut. Gesteigert wurde das Ganze, in dem immer mehr Bälle und auch ein bunter, quietschender Ball, hinzugefügt wurde. Dieser diente eigentlich der Ablenkung. Was lernt man eigentlich bei einem solchen Spiel? Konzentration, auf den Ball fangenden Partner zu achten und ihn anzusehen.
Nach dieser Aufwärmübung bekamen wir unsere erste größere Aufgabe gestellt: wir bekamen einen Tennisball und sollten ihn so schnell wie möglich mit all unseren Händen (rechts und links) berühren. Zuerst planten wir unser Projekt und versuchten dann, es durchzuführen. Beim ersten Mal erreichten wir eine Zeit von 14 Sekunden, was uns aber nicht zufrieden stellte. Also entwickelten wir einen alternativen Plan: enger zusammenstellen - das Ergebnis waren 11 Sekunden. Da wir recht ehrgeizig sind und Frau Egeling uns immer wieder motivierte, versuchten wir es ein drittes Mal: wir simulierten eine Schräge, hielten unsere Hände zusammen und ließen den Ball von oben hinunter rollen. Das Ergebnis waren 7 Sekunden - das machte uns schon ein wenig stolz.
Weitere Übungen folgten immer wieder mit der Zwischenüberlegung, was wir dabei gelernt hatten in Bezug auf Zusammenarbeit und Teamarbeit: ein Projekt muss geplant werden, es muss stets zielorientiert sein und alle müssen mitarbeiten.
Als nächste sollten wir eine große grüne Plane, in deren Mitte ein Becher mit Wasser stand, über eine ca. 1,30m hohe Schnur befördern. Das war schwierig - aber wir schafften es tatsächlich im zweiten Versuch. Vielleicht hat der eine oder andere auch gelernt, dass vieles geht, wenn man daran glaubt, sich gegenseitig Mut macht und einander vertraut. Unserer Gemeinschaft hat es sicherlich gut getan.
Weitere Übungen waren z.B. eine Konfliktsituation so nachzustellen, dass ein Wesen, das nicht von dieser Erde ist, versteht, was ein Konflikt ist und wie man ihn lösen kann. Des weiteren bekamen wir einen Zollstock und sollten ihn (ausgeklappt) alle zusammen auf die Erde legen. Dies gestaltete sich schwieriger, als man denkt: obwohl wir das Ziel hatten, den Maßstab nach unten zu befördern, ging er oft nach oben. Frau Egeling gab uns den Tipp, bei dieser Übung nicht miteinander zu sprechen, um die Konzentration zu erhöhen. Dann klappte es tatsächlich - wahrscheinlich auch deswegen, weil wir uns aufeinander verlassen hatten und uns vertrauten. So ging der erste Trainingstag zu Ende.
Heute, am 2.Trainingstag, sollten wir mit einem großen Seil das "Haus vom Nikolaus" nachstellen. Wir sollten außerdem versuchen, in einer kleinen Gruppe gemeinsam - zeitgleich - vom Boden aufzustehen. Hier entwickelten wir verschiedene Techniken, die dem Verknoten nicht ganz unähnlich sind.
Des weiteren sollten wir mit wenigen, vorgegebenen Gegenständen einen Gegenstand herstellen, so dass ein rohes Ei den Sturz aus ca. 1,50m - 2m Höhe unversehrt übersteht. Hierbei wurden wir in 4 Gruppen eingeteilt. Leider ging bei der Planung bei 2 Gruppen das Ei bereits bei der Herstellung des Fluggegenstandes zu Bruch. Beim Flugversuch war für das Ei der 3.Gruppe der Schulhof-Boden wohl etwas zu hart, während das Ei der 4.Gruppe mit einem kleinen Riss davon kam. Man kann es also tatsächlich schaffen!
Zum Abschluss des Tages sollten wir unsere Hände "verknoten" und dann - ohne zu sprechen - uns entknoten. Diese Übung war sehr schwierig. Danach führten wir ein Abschlussgespräch durch, was wir nun alles gelernt hatten und worauf es bei Teamarbeit wirklich ankommt: gute Planung, zuhören, Meinung Anderer akzeptieren und bedenken, eigene Schwächen zugeben (vielleicht kann es ein Anderer besser als ich?!), mutig sein, offen sein, und vieles mehr (siehe Tafelanschrieb in der Bildergalerie).
Wir haben sicherlich viel von den beiden Tagen mitnehmen können, denn Teamarbeit wird in vielen Bereichen immer wichtiger. Jeder bekam ein Zertifikat für den Quali-Pass, das wir auch gut für eine baldige Bewerbung gebrauchen können.
Bildergalerie von Kevin H. und Angela F., Kl. 7